Implantat - Aufklärung | Graz

  • WAS IST EIN IMPLANTAT?

    Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel in Form einer Schraube, welche in den Kieferknochen eingebracht wird. Das Implantat hat ein Innengewinde, in das ein herausnehmbarer oder festsitzender Zahnersatz verankert wird.

  • WORAUS BESTEHT EIN IMPLANTAT?

    Ein Implantat besteht in den meisten Fällen aus Titan. Dieser medizinisch gut erprobte Werkstoff geht mit dem Kieferknochen eine feste Verbindung ein und gilt biologisch als besonders verträglich.

  • WELCHE DIMENSION HAT EIN IMPLANTAT?

    Die Standardlänge eines Implantates beträgt zwischen 10 und 15 mm und der Durchmesser beträgt ca. 4 mm. Für spezielle Situationen gibt es mittlerweile auch schon längen- bzw. durchmesserreduzierte Implantate.

  • WELCHE SITUATIONEN KANN MAN MIT IMPLANTATEN LÖSEN?

    Prinzipiell kann man jeden fehlenden Zahn mit einem Implantat ersetzen. Grundvoraussetzung ist ein ausreichendes Knochenvolumen. Ein Implantat muss vollständig von Kieferknochen umgeben sein. In Fällen, wo dieses Knochenvolumen nicht vorhanden ist, ist vor oder während der Implantation ein Knochenaufbau notwendig. Implantate ermöglichen einen nahezu gleichwertigen Zahnersatz. Sie bieten die Möglichkeit, auch den zahnlosen Kiefer wieder festsitzend versorgen zu können.

  • WAS IST EIN KNOCHENAUFBAU (AUGMENTATION) UND WANN IST ER NOTWENDIG?

    Geht ein Zahn verloren, wird der Kieferknochen nicht mehr funktionell belastet und er bildet sich zurück. Ist nun zu wenig Knochen in Höhe oder Breite für ein Implantat vorhanden, muss mithilfe von Eigenknochen, meist aus dem Kieferwinkel, oder Ersatzknochenmaterialien der Defekt ausgeglichen werden.

  • WIE IST DER ABLAUF VON DER IMPLANTATOPERATION BIS ZUM FERTIGEN ZAHNERSATZ?

    Implantate werden unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) in den Kieferknochen eingebracht.
    Die Implantatoperation läuft in folgenden Schritten ab:
    1. Das Zahnfleisch über der Implantationsstelle wird weggeklappt
    2. Es wird in den Kieferknochen ein Loch gebohrt
    3. Das Implantat wird mit einer Drehmomentratsche in dieses Loch eingedreht
    4. Es folgt der Verschluss des Implantats mit einer kleinen Schraube
    5. Zum Abschluss wird das Zahnfleisch wieder dicht vernäht
    Das Implantat verknöchert in den folgenden Monaten mit dem Kieferknochen (Osseointegration). Nach ca. zweimonatiger Einheilzeit wird das Zahnfleisch über dem Implantat unter örtlicher Betäubung punktförmig eröffnet. Mit einer aus dem Zahnfleisch ragenden Schraube (Gingivaformer) wird für ca. eine Woche das Zahnfleisch ausgeformt. Danach kann der Zahnersatz (z.B. eine Krone) am Implantat verankert werden.Die Einheilzeit kann sich auf 6-9 Monate verlängern, wenn ein Knochenaufbau nötig ist.
  • HEILT EIN IMPLANTAT IMMER IM KIEFERKNOCHEN EIN?

    Implantate haben sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wissenschaftlich anerkannten Lösung für den Ersatz fehlender Zähne entwickelt. Die Einheilprognose von Implantaten wird in der internationalen Literatur mit durchschnittlich über 90% beschrieben.

  • WELCHE RISIKOFAKTOREN GIBT ES FÜR DIE IMPLANTAT-EINHEILUNG BZW. DEN LANGZEITERFOLG?

    • Rauchen
    • Parodontitis
    • Schlechte Mundhygiene
    • Medizinische Faktoren (z.B.: nicht eingestellter Diabetes Mellitus, Knochenbestrahlung, Bisphosphonat-Therapie)
    • Zähneknirschen
  • WANN KANN MAN NACH EINER ZAHNEXTRAKTION EIN IMPLANTAT SETZEN?

    Grundsätzlich hängt der Zeitpunkt der Implantation von den jeweiligen Knochenverhältnissen ab. Bei einer sehr guten Knochen- und Weichgewebssituation kann man ein Implantat schon direkt nach der Zahnextraktion setzen (Sofortimplantation). Als Goldstandard gilt ein Zeitabstand von mindestens 3 Monaten (Spätimplantation), in der das Weichgewebe schon abgeheilt ist und der Knochen mit der Heilung begonnen hat. In dieser Phase der Knochenheilung reduziert sich jedoch das Knochenvolumen und die Voraussetzungen für die Implantation können sich verschlechtern. Als Mittelweg wird daher sehr häufig ein Zeitabstand von 6 bis 8 Wochen gewählt (verzögerte Sofortimplantation), bei der das Weichgewebe weitestgehend ausgeheilt ist.

  • KNOCHENAUFBAU

    Ist zu wenig Knochen vorhanden, um ein Implantat vollständig im Kiefer zu verankern, kann mithilfe von Eigenknochen oder Knochenersatzmaterialien diese Diskrepanz ausgeglichen werden.

  • IN WELCHEN SITUATIONEN VERWENDET MAN EIGENKNOCHEN BZW. KNOCHENERSATZMATERIAL?

    Kleinere Knochendefekte kann man häufig im Rahmen der Implantatoperation mit Knochenersatzmaterialen beheben. Bei größeren Knochendefekten benötigt man in vielen Fällen Knochen aus dem Kieferwinkel.

  • WAS IST EIN SINUSLIFT (KIEFERHÖHLENBODENANHEBUNG)?

    Unter dem Begriff Sinuslift versteht man eine Operationsmethode, bei der durch Anhebung des Kieferhöhlenbodens Knochenhöhe in der seitlichen Oberkieferregion gewonnen werden kann.Rechts und links der Nase befinden sich die beiden Kieferhöhlen (Sinus maxillaris). In den meisten Fällen dehnen sich die Kieferhöhlen vom vierten bis zum achten Zahn beidseits im Oberkiefer aus. Fehlen nun in diesem Gebiet ein oder mehrere Zähne, ist häufig zu wenig Knochenhöhe vorhanden, um ein Implantat verankern zu können.
    Eine gut erprobte Lösung, um die nötige Knochenhöhe zu gewinnen, ist ein Sinuslift. Bei dieser Operationsmethode wird unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) im Mund ein Zugang zur Kieferhöhle geschaffen, indem ein kleines knöchernes Fenster gebohrt wird. Die Schleimhaut der Kieferhöhle (Schneidersche Membran) wird angehoben und der neu geschaffene Hohlraum wird meist mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt. Danach wird das Operationsgebiet wieder dicht mit der darüber befindlichen Schleimhaut vernäht. Nach sechs bis neunmonatiger Einheilzeit können dann ein bzw. mehrere Implantate in dieser Region gesetzt werden.